Alzheimer - Oma und die Vergesslichkeit
Was ist mit Oma los?
Wo habe ich nochmal meinen Ranzen hingestellt?“ „Wie heißt noch gleich der neue Mitschüler in meiner Klasse?“ – Wir alle vergessen ständig irgendetwas. Das ist ganz normal. Normal ist auch, dass das älteren Menschen sogar häufiger passieren kann. Selbst Mama, die immer so organisiert wirkt, weiß heute nicht, wo sie den Autoschlüssel abgelegt hat.
Damit wir uns an Sachen erinnern können, brauchen wir unser Gedächtnis. Das Gedächtnis hilft uns dabei, neue Informationen, wie den Namen des neuen Mitschülers, abzuspeichern und sie wieder abzurufen, wenn wir sie dringend benötigen. Dabei trennt es wichtige von unwichtigen Infos.
Doch bei manchen Krankheiten kann es zu einer Schädigung dieser Vorgänge kommen. Wie ihr vielleicht in dem Video von Pip und Milli schon gesehen habt, brauchen unsere Nervenimpulse Straßen im Gehirn, um dringend benötigte Informationen von einem Ort zum anderen zu bringen. Diese Straßen bilden auch Kreuzungen untereinander, die sogenannten Synapsen. Kommt es in unserem Gehirn zu krankhaften Veränderungen, z.B. durch die häufig auftretende Alzheimerkrankheit, werden immer mehr Straßen und Kreuzungen abgebaut und beschädigt. Außerdem finden sich bei Betroffenen besonders viele Ablagerungen auf den Straßen, die dort nicht hingehören. Auch das verhindert vermutlich, dass Pip und Milli ihre Reise ungestört fortsetzen können. Die benötigten Informationen können nicht abgerufen werden.
Alzheimer - Vergesslichkeit Was ist mit Oma los?
Solche Veränderungen führen zu krankhaften Gedächtnisproblemen, die oft im Rahmen sogenannter Demenzen auftreten. Viele Funktionen unseres Gehirns, die uns normalerweise bei der Wahrnehmung und Verarbeitung unserer Umwelt helfen, können dabei geschädigt sein. Eine Demenz kann verschiedene Ursachen haben. Viele verschiedene Krankheitsbilder sind damit verbunden. Am bekanntesten ist vielleicht die bereits erwähnte Alzheimer-Krankheit. Ungefähr 1,6 Millionen Menschen sind in Deutschland von einer Demenz betroffen. Mehr als die Hälfte davon haben die Alzheimer-Krankheit.
Unter der Alzheimer-Krankheit leidet auch die Oma von Anna. Auch Anna fiel das irgendwann auf. Ihre Oma vergaß immer häufiger Annas Namen und sprach sie manchmal auch mit dem Namen ihrer Mutter an. Das liegt daran, dass Alzheimer auch die Orientierung der Patienten verschlechtert. Annas Oma weiß dann gar nicht mehr, welches Jahr wir überhaupt haben oder in welcher Stadt sie eigentlich gerade ist. Oft fällt Anna auch auf, dass Oma die richtigen Worte fehlen. Anna hilft ihr dann gerne und versucht ihr bei der Benennung von Gegenständen zu helfen. Leider passiert es auch manchmal, dass Oma gar nicht mehr so ist wie früher. Dann wird sie laut und schimpft Anna aus. Doch Anna weiß, dass Oma das alles nicht immer so meint und es gut ist, Oma dabei zu helfen, sich zu beruhigen. Früher hat Anna häufig mit Oma gespielt. Sie versucht das immer noch, um Oma eine Freude zu machen. Oft muss sie dabei allerdings ein Auge zudrücken, wenn Oma die Spielregeln vergessen hat oder eigenwillig neue erfindet. Anna hat von ihren Eltern erklärt bekommen, dass es besser ist, nicht mit Oma darüber zu streiten. Sie versucht ihr stattdessen ein Gefühl von Sicherheit zu vermitteln. Schwierig war es für Anna allerdings, als Oma sich das erste Mal besonders merkwürdig verhielt. Sie lief im Nachthemd nach draußen und redete Dinge, die Anna nicht verstand. Doch Anna kann dann schnell ihren Eltern Bescheid sagen. Mama und Papa können mit so einer besonderen Situation besser umgehen und schaffen es meist Oma zu besänftigen. All das wird leider noch schlimmer werden. Alzheimer ist eine fortschreitende Krankheit, was bedeutet, dass Omas Besonderheiten mit der Zeit vielleicht noch zunehmen. Obwohl Alzheimer aber eine unheilbare Krankheit ist, versuchen die Ärzte Oma mit Medikamenten zu helfen. Ein Arzt hat Anna erklärt, dass es dadurch vielleicht klappt, Omas jetzigen Zustand erst einmal zu stabilisieren, d.h. zu verhindern, dass es sich verschlimmert.
Anna ist froh, dass sie erklärt bekommen hat, was eine Demenz ist. Jetzt weiß sie, was mit Oma los ist und kann viel besser mit ihr umgehen. Sie weiß, dass Oma sie immer lieb haben wird, auch wenn sie eines Tages vielleicht nicht mehr genau weiß, wer Anna ist. Und Anna wird Oma mit Sicherheit auch immer lieb haben!